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die Ewigkeit

Foto.Quality in Art by TheSch - die Ewigkeit

Ich sehe Augen, Meere sturmumwogt,
in ihnen schwimmt des Schicksals schweres Blei.
Doch wenn ich in die Tiefen tauch’, erlogt
ein Wissen alt, das stets an deiner Seite sei.

Ach, deine Hände, längst vertraute Lande,
sie rühren an des Herzens kalte Haut.
Ein Kuss auf Lippen, süß wie Zuckerwatte,
verspricht die Wärme, die in Dunkelheit ergraut.

Umarmung, wie ein erster Hauch im Morgenlicht,
doch tausendfach in Nachtens Traum erprobt,
es bindet uns der Zeiten düst’riges Gewicht,
ein Tanz, der Raum und Zeit geschickt umtobt.

Dein Duft, er weckt die Geister längst vergang’ner Tage,
er füllt die Leere, die die Zeit nicht heilen mag.
Dein Lächeln, zarte Blüte, heilt die furchige Klage,
und Hoffnung keimt, hebt ab das schwere Joch der Plag’.

Im Spiegel deiner Augen, leise schimmert Einst,
es zeichnet sich ein Pfad des Wiedersehens zart.
Gewohnheiten, sie entfalten sich, die kein Verstand umzäunt,
Erinnerungen weben sachte unser zartes Lebensgarn.

So liegen wir in Zeit und Raum verwoben,
ein Sein zu Sein, ein Klang, unsichtbar,
und doch so laut für jene, die da droben,
die Melodie des Ganzen wirklich war’n.

Fern linde Frage: Werden wir’s vollbringen?
Das Werk, das uns vor Zeiten schon bestimmt?
Erfüllung oder ewiges Umringen,
das Lied der Liebe, das durch Äonen rinnt.

Ein Faden spannt sich zwischen uns und strafft die Seelen,
durch Harmonie verbunden, uns vermählt.
Was mag uns diesmal nun im Buch des Schicksals zählen?
Was einst verloren, bleibt es heute unerwählt?

Von dir lern’ ich und du von meinem Wesen,
es nimmt, es gibt, durch Schmerzen manchmal schwer.
Durch dich wird Altes neu und frisch genesen,
und Liebe quillt empor aus Meeren, tief und leer.

Ist meine Liebe Echo einer Arie,
die einst erklang in einem anderen Sein?
Begehre ich das Bild, das wie ein Pharie,
in meinem Herzen malt den süßen Liebesschein?

Zahle ich den Schmerz für Leid, das einst begangen,
oder freu’ ich mich an Lieb’, die fest bestand?
Ist’s Glück, das mich umfängt, mit süßen Wangen,
weil einst mein Herz in deinem sich gefand?

 

 

Ich kenne Dich, so innig und so wahr,
Gleich einem Lied, das in der Seele schwingt.
Ein Flüstern nur, aus ferner Sternensphär’,
Das durch die Zeit zu meinem Herzen dringt.

Dein Händedruck, so fest und doch so zart,
Erzählt Geschichten längst vergess’ner Tage.
Die Süße deiner Lippen, unverzagt,
Schmeckt nach Vertrautheit, ohne eine Frage.

In meinen Armen bist du Heimat und zugleich
Ein fernes Land, das ich zu erkunden wag.
Dein Duft, ein Sturm, der meine Festen weicht,
Dein Lächeln, ungetrübt und ohne Klage.

Ein Blick in deine Augen, tief und klar,
Zeigt mir die Welten, die ich einst gekannt.
Dein Wesen, mir so fremd und doch so nah,
Durch Zeit und Raum in meine See sein gespannt.

Die Nähe dein beruhigt jeden Streit,
Erweckt die Seele aus dem tiefen Schlaf.
Als lebten wir in einer and’ren Zeit,
Gemeinsam stark und einsam doch nur halb.

Die Fäden, unsichtbar, sie weben sacht
Ein Netz aus Harmonie, das uns umgibt.
Ich spür’, wir haben einst was nicht vollbracht,
Doch diese Reise hat kein festes Ziel, kein Liebeslied.

Der Tag wird kommen, weh, er naht so schnell,
Wo Harmonie zerreißt und Stille spricht.
Was wir zu lernen haben, ist nicht grell,
Es schimmert leise im Dämmerlicht.

So frag’ ich, Liebe, ist’s nur Widerhall,
Ein Echo aus der Zeit, die längst verweht?
Oder ist das Feuer, das in mir nun wallt,
Das gleiche, das in fernen Nächten brennt und nie vergeht?

Ersehne ich dich oder doch das Bild von dir,
Das sich so tief in meine Seele brannt?
Zahle ich für ältere Schmerzen hier,
Oder fließt das Glück aus längst vergang’ner Hand?

Und doch, so frag’ ich, was auch die Antwort sei,
Uns’re Seelen tanzen in des Schicksals Hand.
Die Liebe, ob ein Echo oder frei,
Vereint uns still bis in das fernste Land.

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